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Mittel gegen Dehnungsstreifen

Öle oder Rollen – seit Jahrzehnten sucht Frau eine Lösung

Es ist normalerweise nicht unsere Art, Behandlungen, kosmetische Eingriffe oder bestimmte „Schönheitsfehler“ als reine Männer- oder Frauensache zu deklarieren. Wir sind der festen Überzeugung, dass jeder scheinbare Makel immer im Auge des Betrachters liegt und es schon allein deshalb keine allgemeingültige Antwort oder Standardbehandlung gibt. Selbst bei einem Thema wie Haarausfall, dass allgemeinhin als eindeutiges Männerproblem gesehen wird, ist uns immer wichtig, darauf hinzuweisen, dass auch Frauen davon betroffen sind. Das Thema „Dehnungsstreifen“ ist aber nun wirklich eines, bei dem man das „starke Geschlecht“ ausnahmsweise außen vor lassen kann. Das bedeutet nicht, dass Männer keine solchen Streifen bekommen. Das bedeutet einfach nur, dass sie scheinbar für Männer einfach nicht in die Kategorie „identifizierter, individueller Makel“ fallen.

Wer das nicht glaubt, der darf gerne das Internet bemühen und eine Eigenrecherche anstellen. Die Kombination „Dehnungsstreifen“ und „Männer“ ist – sagen wir einmal – eher unergiebig. Viel eher stößt man auf Artikel, die entweder überrascht feststellen, dass nicht nur Frauen davon betroffen sind, wie etwa „Dehungstreifen – auch Männer können sie bekommen!“ oder Artikel, die das Auftauchen der Streifen eher mit einem übertrieben Muskeltraining in Verbindung bringen. Das war es dann aber auch im Groben. Klare Erkenntnis: Dehnungsstreifen sind scheinbar Frauensache. Insofern steht die Frage im Raum, welche Möglichkeiten sich bieten, sie zu behandeln, welche davon erfolgversprechend sind und warum man eine Eigenplasmatherapie mit in seine Überlegungen einbeziehen sollte.

Aber – warum eigentlich?
Am Anfang aller Fragen steht auch hier diejenige nach dem warum. Warum entwickeln sich Dehnungsstreifen? Wo kommen sie her? Und vor allem – warum ist es so schwer, eigentlich unmöglich, sie wieder wegzubekommen?

Nicht umsonst wurden Dehnungsstreifen früher auch gerne „Schwangerschaftsstreifen“ genannt. Dieser Begriff ist in den letzten Jahren immer weniger in Gebrauch, da mit ihm eine der schönsten und wichtigsten Phasen einer Frau, die Schwangerschaft mit einem scheinbaren körperlichen Makel gleichgesetzt wird. Du bist schwanger? Dann bekommst Du halt unschöne Streifen auf der Haut. Ist so und gehört dazu. Pech gehabt. Dazu kommt, dass diese Streifen auch bei Frauen auftauchen, die noch nie schwanger waren. Allein schon aus diesem Grund macht die Bezeichnung also keinen Sinn.

Dehnungsstreifen entstehen durch die Verletzung des Bindegewebes in der Lederhaut, der sogenannten Dermis. Diese Bindehaut muss man sich wie ein Netz vorstellen, das für die Elastizität der Haut verantwortlich ist. Dieses Netz wiederum besteht aus Kollagenfasern. Wird die Haut an bestimmten Stellen überstrapaziert – etwa durch eine Gewichtszunahme während einer Schwangerschaft – dann entstehen in der Dermis irreparable Risse. Diese Risse färben sich erst rötlich ein, verblassen mit der Zeit und bleiben als weiße Streifen auf der Haut zurück. Das erklärt auch, warum Dehnungsstreifen scheinbar eher ein Frauenproblem sind. Frauen haben in der Regel, Ausnahmen gibt es immer, ein schwächeres Bindegewebe. Insofern ist eine weibliche Dermis eben auch anfälliger für Dehnungsstreifen als eine männliche.

Der falsche Name
Als aufmerksame Bellvivre-Leserin oder Aufmerksamer Bellvivre-Leser müsste Ihnen der geschilderte Ablauf bekannt vorkommen. Ein Riss entsteht, dieser färbt sich rot ein und blasst dann mit der Zeit aus. Übrig bleibt ein weißer Streifen. Richtig: Auch die Bezeichnung Dehnungsstreifen ist nicht korrekt, weil er irreführend ist. Es handelt sich um Wunden, die vom Körper wieder geschlossen werden. Eigentlich müssten sie „Dehnungsnarben“ heißen. Denn sie sind nichts anderes als das. In verschiedenen Artikeln (Link zu Wundheilung und OP-Narben) haben wir uns bereits mit der Tatsache auseinandergesetzt, dass unser Körper zwar große und beeindruckende Wiederherstellungsverfahren und Heilungsprozesse hat. Was er aber nicht kann, ist eine Wunde so zu schließen, dass der betroffene Bereich exakt so aussieht wie vorher. Eine Narbe ist das Beste an Wundheilung, was unser Körper leisten kann – mehr geht nicht. Insofern wirft diese Erkenntnis natürlich die Frage auf, inwiefern all die Mittel, die für die Bekämpfung von Dehnungsstreifen angeboten werden, auch wirklich Sinn haben.

Vorbeugen ist erst mal alles
Dass hier der Stein der Weisen noch nicht einmal in weiter Sicht ist, beweist die Wissensplattform Wikipedia. Zwar wird hier der Grund für die Dehnungsstreifen beschrieben, das war es dann aber auch schon. Behandlungsmethoden? Relative Fehlanzeige. Kein Wunder. Denn bis heute kann man über die gängigsten Behandlungsmethode nur eines sagen: Die Streifen werden bleiben. Egal, was man einsetzt, einreibt oder einnimmt.
Sicherlich kann man aber auch pauschal sagen: Alles, was zur Steigerung der Elastizität der Haut beiträgt, kann sicherlich dabei helfen, keine zusätzlich Streifen entstehen zu lassen. Körperöle können da ebenso hilfreich sein wie Dermaroller, die die Durchblutung der Dermis fördern. Und auch bestimmte Narbencremes sorgen für ein glatteres Hautbild. Das alles aber sind vorbeugende Maßnahmen. Sprich: Zu einem Zeitpunkt, zu dem Frau noch keine Streifen hat und ihrer Bildung entgegenwirken will oder dann, wenn bereits Streifen vorhanden sind, diese aber nicht mehr werden sollen. Wenn sie aber bereits da sind und wieder verschwinden sollen, wird die Auswahl der Mittel doch eher begrenzt.

Wie invasiv man es eben möchte
Prinzipiell gibt es derzeit vier Behandlungen, die Abhilfe bei bestehenden Dehnungstreifen in Aussicht stellen.
Die Laser-Behandlung. Der Laser dringt in die betroffenen Hautschichten ein und regt dort die Kollagenbildung an. Dadurch entsteht neues, gesundes Gewebe.
Die Ultraschall-Behandlung. Sie ist etwas sanfter als der Laser. Durch die Schwingungen entstehen im Gewebe Zwischenräume. Das erleichtert es dem Körper, hier regenerative Wirkstoffe aufzunehmen. Außerdem werden Durchblutung und damit der Stoffwechsel angeregt.
Die Microneedling-Behandlung. Hört sich am schmerzhaftesten an und ist es auch. Hierbei wird eine Walze über die Haut gerollt, die mit winzigen Nadeln besetzt ist. Durch die kleinen Löcher in der Haut wird die Aufnahme von Wirkstoffen erleichtert, die der Hautregeneration dienen sollen.

Die vierte Behandlungsmethode setzt weniger darauf, dass Prozesse von außen mittels medizintechnischen Geräten angeregt werden, sondern vertraut vielmehr auf der Theorie, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers lediglich ab und zu einen kleinen Schubs brauchen: PRP.

Kollagen durch Thrombozyten
Wobei man einem Unternehmen wie Regen Lab, dessen Produkt A-PRP seit Jahren erfolgreich in verschiedenen medizinischen Bereichen eingesetzt wird, damit Unrecht tut, wenn man von einer Theorie spricht. A-PRP kommt aus der Wundheilung und in verschiedenen medizinischen Studien wurde inzwischen unzählige Male nachgewiesen, dass es dort in Verbindung mit der patentierten Separationsgeltechnologie zu nachweisebaren und nachhaltigen Erfolgen führt.
Macht man sich nun klar, dass Dehnungsstreifen nichts anderes sind als Wunden, die vernarben, dann ist der Schritt zu einer PRP-Behandlung nicht weit. Dabei wird der Patientin Eigenblut entnommen und mittels eines Separationsgels welches in dem Medizinprodukt enthalten ist und einer Zentrifuge in dem Behandlungsraum aufgearbeitet, sodass am Ende nur das Blutplasma und die heilungsfördernden Zellen übrigbleiben. Zu diesen Zellen gehören vor allem Thrombozyten = Blutplättchen, die dann in erhöhter Konzentration vorhanden sind und der Patientin mittels einer Injektion wieder verabreicht werden. Was nun geschieht, ist nichts anderes, als dass das A-PRP dafür sorgt, dass die Selbstheilungskräfte, die im Körper ja vorhanden sind, eine Art Boost-Effekt erfahren. Dazu gehört auch, dass der Körper verstärkt Kollagenstrukturen ausbildet. Genau das Kollagen, dass er nach dem Riss der Dermis nicht nachbilden konnte, was wiederum zur Ausbildung der Dehnungsstreifen geführt hat.
Die Behandlung mit PRP wird immer ambulant durchgeführt und dauert pro Sitzung durchschnittlich nicht länger als 30 Minuten. Wie oft der Einsatz wiederholt werden sollte, hängt ganz davon ab, wie großflächig der Bereich ist, der behandelt werden soll. Empfohlen werden allerdings mindestens 3 Sitzungen.

Immer eine Alternative
Bevor man sich also unter ein Ultraschallgerät oder sogar einen Laser legt oder sich eine Unzahl von kleinen Nadelstichen verpassen lässt, sollte man sich genau überlegen, ob eine autologe Behandlung mit körpereigenem A-PRP (Plasma = Wässriger Bestandteil des Blutes, der keine Zellen enthält. A-PRP enthält aber die Thrombozyten + Monozyten + Lymphozyten) nicht auch ein gangbarer Weg wäre, seinen Dehnungsstreifen den Kampf anzusagen.
Die andere Option ist, die Streifen überhaupt nicht zu behandeln und sie als das zu akzeptieren, was sie sind: Der natürlichste Lauf aller Dinge.

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