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Kapselfibrose bei Brustimplantaten

Stoßwellen statt Skalpell?
„Capsuloblast“ soll Kapselfibrose ohne Eingriff heilen

# Therapie

Kapselfibrose – eine Diagnose, an deren Ende nicht selten eine OP und die Entnahme von Brustimplantaten steht. Jedenfalls war das bisher die gängige Meinung. Das US-Unternehmen INTERmedic hat ein Gerät vorgestellt, das genau diese operativen Eingriffe überflüssig machen soll.

Natürliche Abwehrreaktion bis schmerzhafte Diagnose
An sich ist nach einer Brustimplantation die Bildung einer Kapsel rund um das Implantat nichts Ungewöhnliches. Vielmehr handelt es sich um eine natürliche Abwehrreaktion. Das Implantat wird vom Körper der Patientin als Fremdkörper identifiziert und er reagiert entsprechend. In der Regel ist die Kapsel weich, bleibt unauffällig und bringt für die Betroffene keine Beeinträchtigungen mit sich.

In einigen Fällen aber kann sich diese harmlose Erscheinung zu einem echten Problem entwickeln. Denn wird die Kapsel härter, zieht sie sich nach und nach zusammen und drückt damit zeitgleich immer stärker auf das Implantat. In diesem Moment spricht man von einer Kapselfibrose – einer krankhaften Vermehrung des Bindegewebes. Und genau diese Diagnose ist eine er der häufigsten Komplikationen nach einer Brustimplantationen.

Je weiter die Fibrose fortschreitet, umso schmerzhafter wird sie. Schlussendlich beeinträchtigt sie das Leben der Patientinnen so sehr, dass eine erneute OP der einzige Ausweg ist. Die Implantate werden wieder entnommen. Da sich nach einer solchen Entnahme die Wundstellen zunächst einmal wieder beruhigen und erholen müssen, bedeutet das auch, dass die Patientinnen in den darauffolgenden sechs Monaten mit einer schlaffen Brust leben müssen.

Mit Stoßwellen zur Heilung?
Der US-Hersteller INTERmedic stellt mit einer Stoßwellenbehandlung einen neuen Ansatz vor, mit dem die Operation nicht unbedingt der einzige Weg sein muss. Bei Capsuloblast handelt es sich um einen sogenannten Stoßwellengenerator. Dieser wurde genau zur Behandlung von Kapselfibrose entwickelt*. Bei der Behandlung werden der Patientin pro Brust vier sogenannte Transduktoren angelegt. Diese leiten hochfrequente Stoßwellen in das betroffene Gewebe. Laut Hersteller fördert diese Therapie eine bessere Sauerstoffversorgung und wirkt entzündungs- und fibrosehemmend. Bereits nach sechs Anwendungen soll eine erkennbare Besserung eintreten. Wichtig: Diese Behandlung verspricht nur bei beginnender Kapselfibrose ein positives Ergebnis.

Aber warum eigentlich?
Der genaue Grund, warum die eine Kapsel unauffällig bleibt und die andere nicht, wird noch erforscht. Studien haben aber bereits herausgefunden, dass eine Kapselfibrose einerseits bei glatten Implantaten häufiger vorkommt als bei texturierten. Und andererseits bei älteren Implantaten wesentlich häufiger ist als bei denen der neueren Generation. Die Hygiene bei der Operation scheint aber genauso eine Rolle zu spielen wie das Ausmaß des zerstörten Gewebes und die Bildung von Blutergüssen.

Fakt ist aber, dass bei einigen Operateuren die Rate der Kapselfibrosen sehr gering ist, oder sogar gegen Null geht. Es spricht also vieles dafür, dass nicht alleine das Schicksal darüber bestimmt, wer eine Kapselfibrose bekommt, sondern es offenbar auch vom Arzt und den verwendeten Implantaten abhängt.

 

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