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Die Sonne – lebenswichtig und gefährlich

Warum wir die Sonne brauchen, aber nicht sorglos mit ihr umgehen sollten

Sie heißen Aton, Sunna, Mitra, Amaterasu, Tiwaz oder Utu und sie haben noch ein paar mehr Kollegen. Über 40 Sonnengottheiten listet das Portal Wikipedia auf – und das sind nur die, die allgemein bekannt sind. Kein Wunder. Spielt doch die Sonne in jedem Kulturkreis die zentrale Rolle. Binsenweisheit: Ohne Sonne wäre ein Leben auf der Erde wie wir es kennen unmöglich. Und selbst für unsere technisch so hoch entwickelte Gesellschaft hat sie nicht an Bedeutung verloren. Stichworte heißen hier Photovoltaik oder Solarstrom. Die Sonne spielt eine entscheidende Rolle in der Energiewende und damit im Klimaschutz. Zwar beten wir heute nicht mehr direkt zu einem Sonnengott, aber es wird nicht mehr lange dauern, dann werden sich die Sonnenanbeter wieder auf den Liegewiesen und Freibädern des Landes verteilen. Was macht die Sonne mit uns? Warum ist sie so wichtig und warum sollten wir sie auf keinen Fall unterschätzen?

Vitamin D frei Haus

Die Entdeckung, dass die Sonne ein entscheidender Faktor für unsere körperliche Gesundheit ist, ist noch gar nicht so lange her. Anfang das 19. Jahrhunderts stellte man fest, dass Kinder, die unter Rachitis – also einer Fehlentwicklung der Knochen – geheilt werden konnten, indem man sie Sonnenlicht aussetzte. Von hier aus war es nur noch ein kurzer Weg zu Feststellung, dass die Sonne mit ihrem UV-Licht, um genau zu sein, mit der UVB-Strahlung, die Produktion von Vitamin D3 anregt. Dieses Vitamin wiederum spielt die entscheidende Rolle bei der Regulierung des Calcium-Spiegels im Blut, der wiederum die Knochenentwicklung beeinflusst. Oder um es kurz zu machen: Zu wenig Sonne führt unweigerlich zu einem Vitamin D-Mangel.

Eigenproduktion unmöglich

Denn für Vitamin D gilt, was für alle gilt: Der Körper kann es nicht ohne Hilfe produzieren. Nur ist es bei diesem Vitamin noch etwas komplizierter. So holen wir uns unsere tägliche Dosis Vitamin C einfach durch die richtige Ernährung. Dies würde bei Vitamin D nicht reichen. Es gibt kein Nahrungsmittel, mit dem man den täglichen Vitamin D-Bedarf decken kann. Die UVB-Strahlen der Sonne sind die einzige natürlich Quelle, die unseren Vitamin D-Haushalt auffüllt. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass man befürchten muss, bei schlechtem Wetter nicht genug Vitamin D zu produzieren. UVB-Strahlung erreicht uns auch, wenn der Himmel bedeckt ist. Allerdings bekommen wir zum Beispiel im Herbst und Winter, wenn die Sonne tiefer steht, weniger Strahlung ab. Umso wichtiger ist es dann, sich im Freien aufzuhalten, Spaziergänge zu machen – kurz an der frischen Luft zu sein.

Ohne wird es schwierig

Auch wenn man den Teufel nicht an die Wand malen muss – aber Vitamin D-Mangel ist etwas, mit dem man nicht spaßen sollte. Wer über einen langen Zeitraum zu wenig produziert hat ein höheres Risiko, an Multipler Sklerose, Asthma oder einer Autoimmunschwäche zu erkranken. Aber nicht nur körperlich wirkt sich ein solcher Mangel aus. Auch chronische Müdigkeit und Nervosität, Schlafstörungen und sogar Depressionen können die Folge von zu wenig Vitamin D im Blut sein. Ganz wichtig an dieser Stelle: Wir sprechen von einem langen Zeitraum und einem chronischen Vitamin D-Mangel. Diesem kann man durch einfache Mittel entgegenwirken. Indem man sich zum Beispiel – wie oben beschrieben – regelmäßig an der frischen Luft bewegt oder – wer das nicht tun kann – Vitamin D-Präparate zu sich nimmt. Wichtig dabei: Wer sich unsicher ist, sollte seinen Arzt oder die Apotheke seines Vertrauens konsultieren.

Die Sonne ist für uns also im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig. Doch leider hat auch sie eine zweite und eher unerfreuliche Seite.

Die Sache mit der Challenge

Das Internet treibt die seltsamsten Blüten. Sogenannte „Challenges“ gehören dazu. User von sozialen Netzwerken stellen sich gegenseitig Aufgaben und posten dann Bilder und Filme von der Durchführung. An sich eine lustige Sache, die keinem weh tut. Das änderte sich aber ganz schnell mit der „sunburn challenge“ im Jahr 2018. Hier ging es darum, sich durch einen Sonnenbrand ein „natürliches Tattoo“ zu machen. Die Teilnehmer verdeckten zum Beispiel eine Stelle ihrer Haut mit einer aus Papier ausgeschnittenen Figur und legten sich ohne Schutz in die Sonne. Nach wenigen Stunden war der gesamte Körper krebsrot und nur die verdeckte Stelle war weiß. Dass das allein schon eine schlichtweg dämliche Challenge war, weil jeder weiß, wie schmerzhaft ein Sonnenbrand sein kann, ist selbstverständlich. Aber sie war nicht nur dämlich, sondern auch lebensgefährlich.

Nicht nur eine „unschöne Nebenwirkung“

Denn, wie der Name schon sagt, ein Sonnenbrand ist eine Verbrennung. Nicht mehr und nicht weniger. Die UV-Strahlen (sowohl UVA als auch UVB) dringen in unsere Haut ein. Hierbei sind die Schäden, die die UVA-Strahlen verursachen, relativ schnell und deutlich zu sehen. Sie Strahlen schädigen das in der Haut befindliche Kollagen. Dieses ist für die Elastizität und die Feuchtigkeit der Haut verantwortlich. Das mindeste, was regelmäßiges, ungeschütztes Sonnenbaden also verursacht, ist eine verfrühte Alterung der Haut. Darüber hinaus werden auch die Epidermiszellen angegriffen. Dadurch entzündet sich die Haut und wird rot. Je nach Stufe des Sonnenbrandes bleibt es dann „nur“ bei dieser entzündeten, roten Haut. Ist die Verbrennung aber stärker, kann durch die erhöhte Durchblutung und Erwärmung bis zur Blasenbildung kommen. Eine Verbrennung eben. Soweit zu den sofort erkennbaren Zeichen. Nicht sofort zu erkennen sind die Schäden, die an unserer DNA angerichtet werden. Hier kann es durch zu häufige Bestrahlung zu einer nachhaltigen Schädigung kommen, die nicht selten in der Diagnose Hautkrebs mündet.

Nur die wenigsten handeln danach

Natürlich lehnen sich die meisten von uns nun zurück, da das ja allgemein bekannt ist und wohl niemand so „lebensmüde“, sich regelmäßig ungeschützt einer erhöhten Sonnenstrahlung auszusetzen. Weit gefehlt. In einer Studie stellte das National Health Center der USA fest:

Jeder sechste US-Amerikaner bekommt pro Jahr mindestens einen Sonnenbrand, jeder zehnte zwei und jeder elfte drei oder mehr. Und wer nun gedacht hatte, dass diese Zahlen nur für die USA gültig sind, liegt ebenfalls falsch. Laut dem „British Journal of Dermatology“ sind die Zahlen in Deutschland nahezu identisch. Die einzige Ausnahme bilden – zum Glück – die Eltern von kleinen Kindern. Hier ist die Sonnebrandquote wesentlich geringer. Denn für Kinder ist die Sonne um ein mehrfaches gefährlicher, da ihre Haut noch nicht schnell genug Pigmente ausbilden kann, die gegen die Strahlung schützen. Deshalb raten Ärzte auch, Kinder, die jünger als 3 Jahre alt sind, überhaupt nicht der direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen.

Wie bei so vielem, gilt auch für die Sonne: Die Dosis macht das Gift. Wir brauch sie, um überhaupt ein gesundes Leben führen zu können. Wir dürfen sie aber auch nicht unterschätzen, weil sie sonst genau das Gegenteil bewirkt.

Infos:

Der richtige Sonnenschutz

https://www.vigo.de/de/vorbeugen/vorsorge_1/weitere_vorsorgethemen/sonnenschutzmittel/fluessig_oder_cremig_das_richtige_sonnenschutzmittel.html

Worauf Sie als Eltern achten sollten

https://www.baby-und-familie.de/Gesundheit/Der-richtige-Sonnenschutz-fuer-Kinder-114047.html

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