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Weg mit der Glatze

Haarverpflanzungen nach der FUE-Methode weiter auf dem Vormarsch

 

Jürgen Klopp und Christian Lindner, ein Fußballtrainer und der Chef der FDP, waren nötig, um eine Behandlung aus ihrem Nischendasein zu holen, die da nicht hingehört: Die Haarverpflanzung. Doch spätestens seit dem „Geständnis“ der beiden Promis ist, sich Haare verpflanzen zu lassen, ist dies kein Tabuthema mehr. Besonders eine Technik ist in diesem Gebiet auf dem Vormarsch: die FUE – die Follicular Unit Extraction.

 

Aus dem Haarkranz entnommen

Nicht nur, aber vor allem Männer leiden mit zunehmendem Alter unter Haarausfall. Meist fängt er, gut sichtbar, vorne an den Seitenscheiteln an und breitet sich unaufhaltsam in zunehmendem Maße bis auf den Hinterkopf aus. Genetisch gesehen am langlebigsten sind die Haare am Hinterkopf, am sogenannten Haarkranz. Diese bleiben meist ein Leben lang. Wenn man also Haar verpflanzen möchte, was liegt dann näher, als diese „wertvollen“ Haare mit der Haarwurzel zu entnehmen und die Lücken vorne mit ihnen aufzufüllen. Vor Jahrzehnten ging es dabei mitunter fast schon brutal zu. Ganze Hautinseln, inklusive Haare, wurden aus dem Haarkranz herausgestanzt, um sie dann an den entscheidenden Stellen wieder einzusetzen. Dies wurde sodann von der jahrzehntelang genutzten FUT-Methode abgelöst, bei der aus dem Spenderareal mittels Skalpell ein breiter Hautstreifen entnommen wurde, den sodann geübte Kräfte in einzelne Grafts zerlegten. Die Kunst hierbei war, dabei nicht die wertvollen Grafts zu zerstören. Die Entnahmestelle war danach natürlich eine große, offene Wunde, die chirurgisch genäht werden musste. Die Folge war ein oftmals wochenlanger Heilungsprozess, Narbenbildung und nicht unerhebliche Schmerzen.

 

Mit FUE viel schonender

Seit einiger Zeit wird von führenden Instituten in Deutschland eine Haarverpflanzung nach der FUE-Methode angeboten. Hier werden mit einer Hohlnadel am Hinterkopf einzelne sogenannte Grafts entnommen – also einzelne Haare mitsamt Folikeln und Hautgewebe. Diese werden zunächst in einer Nährlösung kurze Zeit „geparkt“ und dann an die vorgesehene Stelle am Vorderkopf eingesetzt. Da an der Entnahmestelle am Hinterkopf meist nur jedes vierte Haar entnommen wird, wird das Haar optisch gesehen dort kaum geschwächt, obwohl man mit dieser Methode genügend Haare entnehmen kann, um diese an den kahlen Stellen in ausreichendem Maße wieder aufzuforsten. Geschickte Transplanteure setzen so vorne an die kahlen Stellen zwischen 50 und 60 Grafts (ungefähr 120 bis 150 Haare) auf einen Quadratzentimeter ein.

 

Viel Erfahrung und eine ruhige Hand

Diese Methode erfordert höchstes handwerkliches Geschick. Die Haarwurzel darf bei der Entnahme mit der Hohlnadel nicht verletzt werden und beim Wiedereinsetzen muss exakt der richtige Winkel zur Kopfhaut getroffen werden, damit man später nicht mehr erkennen kann, dass diese Haare transplantiert wurden. Auch dürfen die Grafts an der neuen Stelle nicht zu tief und auch nicht zu hoch eingesetzt werden. Gute Transplanteure schaffen so bis zu 5.000 Grafts am Tag. Damit können auch größere kahle Stellen wieder vollständig aufgefüllt werden können. Ein Laie erkennt dann keinen Unterschied mehr zwischen natürlichem Haarwuchs und transplantierten Stellen. Ganz entscheidend ist, dass genügend Grafts versetzt werden. Deswegen ist – wie bei allen ästhetischen Eingriffen, das Vorgespräch mit dem Arzt von entscheidender Bedeutung. Allein auf das Versprechen, „so viel wie eben möglich“ zu versetzen oder „wir machen eine Session, dann haben Sie wieder Haare“ ist nicht nur wenig hilfreich, sondern auch unbefriedigend. Wer aber 5000 Grafts benötigt, dem ist mit dem Versetzen von nur 3000 Grafts wenig geholfen.

 

Etwas Schonung

In der Zeit nach dem Eingriff muss die Kopfhaut zwei Tage noch etwas geschont werden, aber bereits nach circa einer Woche sind die Haarwurzeln fest verwachsen. Ist alles richtig gemacht, kann man davon ausgehen, dass man diese Haare im wahrsten Sinne des Wortes lebenslang begleiten werden. Und so wird beim täglichen Blick in den Spiegel aus Frust wieder Lust. Ganz ohne schwere Nachwirkungen.

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